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2018-04-22

Von Hildegard von Bingen zum „Vater Rhein“

Heimat- und Geschichtsverein Münster unterwegs

Geschichte aus vielen Jahrhunderten, eine schöne Landschaft und das Erfahren von Gemeinschaft, so erlebten die Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins (HGV) Münster ihren diesjährigen Tagesausflug. Als Ziel hatte Vorstandsmitglied Monika Klein-Obeth das Mittelrheintal ausgesucht.

Schester Hildegard bringt ihre Namenspatronin den Zuhörern naheErste Station der gut 30 Ausflügler war die Pfarrkirche St. Hildegard und Johannes in Eibingen. An dieser Stelle stand das Kloster, das Hildegard einst auf der rechten Rheinseite gründete. Und hier wird auch der Reliquienschrein der bedeutendsten Frau des Mittelalters aufbewahrt. Gut schichtbar für alle steht der kunstvoll verzierte Schrein im Chorraum der Kirche. Eine Benediktinerin der nahegelegen Abtei St. Hildegard führte die geschichtsinteressierte Ausflugsgemeinschaft in die Geheimnisse Hildegards ein. Wie sehr der engagierten Klosterfrau die Botschaft ihrer Gemeinschaftsgründerin vor mehr als 900 Jahren auch heute noch am Herzen liegt, war dem 45minütigen Vortrag anzumerken. „Heilen ist mehr als wir heute unter gesundmachen verstehen. Zum Heilen gehört auch die Seele und das Gebet“, war eine Botschaft, die auf Hildegard von Bingen zurückgeht. Musik aus der Zeit um Zwölfhundert nach Christus erklang zur Begrüßung der Münsterer und sie erklang auch als die Ausflügler wie Pilger um den Schrein der großen Kirchenlehrerin schritten.

Der Vorsitzende des HGV erläutert die Kirche der ABtei St. HildegardBevor der Ausflug auf der linken Rheinseite fortgesetzt wurde, wartete das Mittagessen im Klostercafé in der Abtei St. Hildegard oberhalb von Eibingen. Hildegard hatte einst den Dinkel als nahrhaftes und allergiefreies Getreide empfohlen. Und so war auch Dinkel in den drei angebotenen Speisen enthalten. Und egal ob Eintopf, Geschnetzeltes oder Bolognese, das Essen mundete den Teilnehmern vortrefflich. Dass bei einem Ausflug eines Geschichtsvereins auch die um 1900 im neoromanischen Stil erbaute Abteikirche besichtigt wurde, versteht sich von selbst. Vor der Besichtigung der Kirche profitierten die Ausflügler wieder einmal von dem enormen Geschichtswissen ihres Vorsitzenden Kai Herd. Durch seine Erläuterungen wurde die vielen Malereien im Inneren des Gotteshauses erst richtig erlebbar.

Jetzt war es Zeit für eine besondere Begegnung. Kein geringerer als „Vater Rhein“ persönlich empfing die HGVler aus Münster. Weiß gewandet mit einem grünen Kranz auf dem Haupt und einem Paddel in der Hand, stand der Flußgott vor ihnen. Fast zwei Stunden zog der Binger Stadtführer als „Vater Rhein“ alle in seinen Bann. Immer den Fluss mit seinen vorbeiziehenden Schiffen  im Rücken, erzählte „Vater Rhein“ seine Geschichten. Meist humorvoll und manchmal auch mahnend wusste er die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer hochzuhalten. Er räumte mit so manchem Vorurteil und mancher Unwahrheit auf. "Vater Rhein" weiß viel zu erzählenAuf die gegenüber liegende Germania des Niederwalddenkmals blickend, erklärte „Vater Rhein“: „Dass dieses Denkmal als Drohung gegen Frankreich errichtet worden sei, ist eine Erfindung der Nazis. Die Germania wurde als Sinnbild eines einheitlichen Deutschen Staats empfunden, der 1871 entstanden war.“ Und tatsächlich schaut die Bronzestatue nicht nach Frankreich sondern eher auf die geeinten deutschen Lande. Und das Schwert zeigt mit der Spitze nach unten und ist somit nicht als Drohgebärde zu verstehen. Die Münsterer hörten es mit Staunen aber sie hörten diese Botschaft auch gerne. Den Rhein als verbindendes und nicht als trennendes Element zu verstehen, ist der Gedanke, den die Menschen von heute endlich verstanden haben.

Die Führung war zu Ende und „Vater Rhein“ war wieder in die Tiefe des Stroms abgetaucht und so blieb Zeit um die Sonne in den nahen Biergärten und Cafés zu genießen. Bei Kaffee, Wein oder Bier unterhielten sich die Ausflügler miteinander. Und so ging am ewig fließenden Rhein ein Ausflug zu Ende, bei dem eine große Heilige des Mittelalters und der Flussgott nebeneinander ihren Platz hatte  ohne sich dabei in Quere zu kommen. Geschichte macht halt Vieles möglich.

Nach Münster zurückgekehrt bedankten sich die Reiseteilnehmer bei Monika Klein-Obeth für die Organisation der Fahrt und bei Kai Herd für seine Erläuterungen zu etlichen Bauwerken entlang der Fahrtroute.

 

Geschichte aus vielen Jahrhunderten, eine schöne Landschaft und das Erfahren von Gemeinschaft, so erlebten die Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins (HGV) Münster ihren diesjährigen Tagesausflug. Als Ziel hatte Vorstandsmitglied Monika Klein-Obeth das Mittelrheintal ausgesucht. Erste Station der gut 30 Ausflügler war die Pfarrkirche St. Hildegard und Johannes in Eibingen. An dieser Stelle stand das Kloster, das Hildegard einst auf der rechten Rheinseite gründete. Und hier wird auch der Reliquienschrein der bedeutendsten Frau des Mittelalters aufbewahrt. Gut schichtbar für alle steht der kunstvoll verzierte Schrein im Chorraum der Kirche. Eine Benediktinerin der nahegelegen Abtei St. Hildegard führte die geschichtsinteressierte Ausflugsgemeinschaft in die Geheimnisse Hildegards ein. Wie sehr der engagierten Klosterfrau die Botschaft ihrer Gemeinschaftsgründerin vor mehr als 900 Jahren auch heute noch am Herzen liegt, war dem 45minütigen Vortrag anzumerken. „Heilen ist mehr als wir heute unter gesundmachen verstehen. Zum Heilen gehört auch die Seele und das Gebet“, war eine Botschaft, die auf Hildegard von Bingen zurückgeht. Musik aus der Zeit um Zwölfhundert nach Christus erklang zur Begrüßung der Münsterer und sie erklang auch als die Ausflügler wie Pilger um den Schrein der großen Kirchenlehrerin schritten.

Bevor der Ausflug auf der linken Rheinseite fortgesetzt wurde, wartete das Mittagessen im Klostercafé in der Abtei St. Hildegard oberhalb von Eibingen. Hildegard hatte einst den Dinkel als nahrhaftes und allergiefreies Getreide empfohlen. Und so war auch Dinkel in den drei angebotenen Speisen enthalten. Und egal ob Eintopf, Geschnetzeltes oder Bolognese, das Essen mundete den Teilnehmern vortrefflich. Dass bei einem Ausflug eines Geschichtsvereins auch die um 1900 im neoromanischen Stil erbaute Abteikirche besichtigt wurde, versteht sich von selbst. Vor der Besichtigung der Kirche profitierten die Ausflügler wieder einmal von dem enormen Geschichtswissen ihres Vorsitzenden Kai Herd. Durch seine Erläuterungen wurde die vielen Malereien im Inneren des Gotteshauses erst richtig erlebbar.

Jetzt war es Zeit für eine besondere Begegnung. Kein geringerer als „Vater Rhein“ persönlich empfing die HGVler aus Münster. Weiß gewandet mit einem grünen Kranz auf dem Haupt und einem Paddel in der Hand, stand der Flußgott vor ihnen. Fast zwei Stunden zog der Bingerstadtführer als „Vater Rhein“ alle in seinen Bann. Immer den Fluss mit seinen vorbeiziehenden Schiffen im Rücken, erzählte „Vater Rhein“ seine Geschichten. Meist humorvoll und manchmal auch mahnend wusste er die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer hochzuhalten. Er räumte mit so manchem Vorurteil und mancher Unwahrheit auf. Auf die gegenüberliegende Germania des Niederwalddenkmals blickende erklärte „Vater Rhein“: „Dass dieses Denkmal als Drohung gegen Frankreich errichtet wurde, ist eine Erfindung der Nazis. Die Germania wurde als Sinnbild eines einheitlichen Deutschen Staats empfunden, der 1871 entstanden war.“ Und tatsächlich schaut die Bronzestatue nicht nach Frankreich sondern eher auf die geeinten deutschen Lande. Und das Schwert zeigt mit Spitze nach unten und ist somit nicht als Drohgebärde zu verstehen. Die Münsterer hörten es mit Staunen aber sie hörten diese Botschaft auch gerne. Der Rhein als verbindendes und nicht als trennendes Element zu verstehen, ist der Gedanke, den die Menschen von heute endlich verstanden haben.

Die Führung war zu Ende und „Vater Rhein“ war wieder in die Tiefe des Stroms abgetaucht und so blieb Zeit um die Sonne in den nahen Biergärten und Cafés zu genießen. Bei Kaffee, Wein oder Bier unterhielten sich die Ausflügler miteinander. Und so ging am ewig fließenden Rhein ein Ausflug zu Ende, bei dem eine große Heilige des Mittelalters und Flussgott nebeneinander ihren Platz hatte ohne sich dabei in Quer zu kommen. Geschichte macht halt Vieles möglich.

Nach Münster zurückgekehrt bedankten sich die Reiseteilnehmer bei Monika Klein-Obeth für die Organisation der Fahrt und bei Kai Herd für seine Erläuterungen zu etlichen Bauwerken entlang der Fahrtroute.

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