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2020-08-31

Schon lange aus dem Ortsbild verschwunden

Heimat- und Geschichtsverein macht Vergangenheit lebendig

In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts verschwanden überall in Deutschland alte Bauwerke und Brücken aus dem Ortsbild der Kommunen. „Der alte Muff muss weg. Das Neue, das Moderne muss Einzug halten“, war das Motto fast aller Verantwortlichen. Und so sind damals unwiederbringliche Zeugen der Zeit der Spitzhacke zum Opfer gefallen.

Die alte Eingangshalle zum Münsterer Friedhof

Die alte Eingangshalle zum Münsterer Friedhof, die heute leider nicht mehr steht

In Münster musste so die mondäne Eingangshalle des Friedhofs der nüchternen Architektur weichen, wie sie heute noch zu sehen ist. Der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) will mit einer kleinen Reihe an die Bauwerke Münsters erinnern, die damals dem Zeitgeist weichen mussten.

Dabei muss der heutige Betrachter wissen, dass so manch liebgewonnenes Bauwerk schon damals nicht mehr den Anforderungen der Zeit entsprochen hat. Aber mit etwas Phantasie hätte sich hinter eine alte Fassade ein modernes Zweckbauwerk erstellen lassen. Das gilt besonders für die herrliche Eingangshalle zum Friedhof. Dieses Gebäude wurde zu einer Zeit errichtet, in der die Verstorbenen noch zu Hause aufgebahrt und dann in einem Trauerzug zum Friedhof geleitet wurden. Zwei mit schwarzen Tüchern bedeckte Pferde zogen den Leichenwagen. Voran wurde ein Vortragekreuz getragen.

Altheimer VortragekreuzIn Altheim ist dieses Vortragekreuz noch erhalten. Erst vor wenigen Jahren wurde dieses große Zeugnis christlicher Beisetzungskultur mit Mitteln der Bürgerstiftung restauriert.

„Der HGV will zum einen den Bürgerinnen und Bürgern, die die sechziger Jahre mit erlebt haben, die alten Bauwerke wieder vor Augen führen und den neuen Münsterern zeigen, was schon alles in unserem Ort gestanden hat“, so Kai Herd, der Vorsitzende des HGV. Eines will der HGV aber sicher nicht: die damals Verantwortlichen für die Abrisse schelten. Besonders diejenigen, die sich für die Geschichte einsetzen, wissen, dass jede Zeit ihr eigenes Schönheitsempfinden hat. Und in den „Sechzigern“ war es eben ein ganz anderes als heute.

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